Description
Die Cuvée 743 Dégorgement Tardif Extra Brut von Champagne Jacquesson ist die späte, noch anspruchsvollere Interpretation der berühmten 700‑Serie – ein Champagner, der nach rund acht Jahren auf der Hefe ein zweites „Leben“ beginnt. Extrem lange Reifung, kompromisslos trockene Dosage von 0 g/l und die unverwechselbare Jacquesson-Präzision verbinden sich hier zu einem tiefgründigen Prestige-Champagner für Kenner. Geprägt von Pinot Noir-Reserven aus den Cuvées 742 bis 735 und Trauben aus Spitzenlagen in Aÿ, Dizy, Hautvillers, Champillon, Avize und Oiry, verkörpert 743 DT die moderne, terroirfokussierte Stilistik eines der derzeit aufregendsten Champagnerhäuser.
Geschmacksprofil
Im Glas präsentiert sich die Cuvée 743 DT in einem hellen, strahlenden Goldton mit feinster, sehr anhaltender Perlage – elegant, dicht und cremig zugleich, wie es nur lange Hefereifung hervorbringen kann. Der Duft ist intensiv und vielschichtig: reife Zitrusfrüchte, kandierte Zitruszesten und exotische Anklänge treffen auf weiße Blüten, grüne und gelbe Äpfel, dazu kommen Noten von gerösteten Mandeln, Brioche, Toast und ein Hauch Rauchigkeit. Feine Kreidenoten und eine subtile salzige Brise erinnern unmittelbar an die kalkreichen Böden der Grand‑Cru‑Lagen.Am Gaumen zeigt sich der 743 DT Extra Brut straff, trocken und hochpräzise, dabei erstaunlich vollmundig und seidig durch die 89‑monatige Lagerung auf der Hefe. Die Pinot‑Noir‑Prägung sorgt für Struktur, Tiefe und einen leicht würzigen Grip, während Chardonnay für Frische, Spannung und salzige Mineralität sorgt und Pinot Meunier aromatische Fülle und Saftigkeit einbringt. Die Säure ist lebendig, aber perfekt eingebunden, der Mousseux extrem fein und cremig. Im langen, komplexen Finish zeigen sich nussige und leicht honigartige Reifetöne, ohne jede Schwere. Mit seinem späten Dégorgement im März 2024 besitzt dieser Champagner ein beeindruckendes Entwicklungspotential: Er kann bereits jetzt mit großem Vergnügen getrunken werden, wird sich aber über die nächsten 8–10 Jahre (und darüber hinaus) weiter verfeinern und zusätzliche tertiäre Nuancen von Brioche, Trockenfrüchten und Trüffel entwickeln.
Vinifikation
Die Cuvée 743 DT stammt überwiegend aus Parzellen in der Vallée de la Marne (Aÿ Grand Cru, Dizy und Hautvillers Premier Cru sowie Champillon) sowie aus Grand‑Cru‑Lagen der Côte des Blancs (Avize und Oiry). Dort finden sich überwiegend kalkreiche, teils tiefgründige Böden mit Anteilen von Lehm und Mergel, exponiert nach Osten, Süden und Südwesten – ideale Voraussetzungen für Trauben mit Reife, Spannung und markanter Mineralität. Die Lese der Basisjahrgangs erfolgte zwischen dem 10. und 30. September bei perfekter physiologischer Reife und sehr gesundem Lesegut. Jacquesson arbeitet mit strengem Traubenselektions-Regime und minimiert den Anteil zugekaufter Trauben; gepresst wird lokal in traditionellen vertikalen Korbpressen, um Schalen und Stiele möglichst unverletzt zu lassen und unerwünschte Bitterstoffe und Farbe zu vermeiden. Der zweite Pressgang wird grundsätzlich verkauft, Teile des ersten Pressgangs nur dann verwendet, wenn die Qualität absolut überzeugt. Die Gärung findet in älteren Eichenfässern statt, in denen die Weine 3–4 Monate bleiben, ohne Umzug (ohne Abstich), aber mit wöchentlicher Batonnage. Die Weine werden weder geklärt noch filtriert. Die 700‑Serie basiert jeweils auf einem Jahrgang mit etwa 20 % Reserveweinen, die zusätzliche Tiefe und Balance bringen. Für die Version „Dégorgement Tardif“ bleibt derselbe Grundwein rund doppelt so lange auf der Hefe; im Falle der Cuvée 743 DT sind es beeindruckende 89 Monate, bevor die Flaschen im März 2024 ohne Dosage (0 g/l) degorgiert wurden – ein Schlüssel für die Kombination aus extremer Trockenheit, cremiger Textur und großer Komplexität.
Essen & Servieren
Die Cuvée 743 Dégorgement Tardif Extra Brut ist ein gastronomischer Champagner, der seine Stärken vor allem am Tisch ausspielt. Durch seine Dichte, Mineralität und straffe, trockene Art passt er hervorragend zu edlen Meeresfrüchten wie Hummer, Langoustinen, Jakobsmuscheln und Austern, aber auch zu Carpaccio von weißem Fisch, Thunfisch-Tatar oder mariniertem Hamachi. Ebenfalls großartig zu feinen Geflügelgerichten (z. B. Perlhuhn mit Morcheln), Kalbsrücken, hellen Fleischterrinen oder Kalbsbries sowie zu Gerichten mit Trüffel und gereiften, aber nicht zu kräftigen Hartkäsesorten wie Comté oder Gruyère. Servieren Sie ihn idealerweise bei 9–11 °C in einem größeren Weißwein- oder Champagnerglas, damit sich die komplexen Aromen entfalten können. Eine vorsichtige Karaffierung von 15–20 Minuten vor dem Genuss kann – insbesondere bei jüngeren Flaschen – zusätzlich Nuancen freilegen und die Textur noch harmonischer wirken lassen.
Produzent
Champagne Jacquesson gehört zu den historisch bedeutsamen Häusern der Region: 1798 gegründet, blickt es auf über zwei Jahrhunderte Geschichte zurück. 1988 übernahmen die Brüder Jean‑Hervé und Laurent Chiquet das Ruder und stellten das Haus radikal auf Qualität, Terroir-Transparenz und eigenständige Stilistik um. Mit konsequenter Arbeit im Weinberg, Verzicht auf Kunstdünger, Insektizide und Chaptalisierung sowie rigoroser Selektion der Trauben haben sie Jacquesson in die Spitze der Champagnerwelt geführt – gekrönt unter anderem dadurch, dass La Revue du vin de France das Haus 2024 als drittbestes Champagnerhaus listete. Die Cuvée‑700‑Serie bildet mit über 97 % den Kern der Produktion und hat ein völlig neues Verständnis von „Non‑Vintage“ geprägt, bei dem der Charakter des Basisjahrgangs im Vordergrund steht. 2014 startete Jacquesson das Projekt „Dégorgement Tardif“, um ein und derselben Cuvée ein zweites Leben auf der Hefe zu schenken – „une même cuvée, deux vies“. Seit Ende 2022 gehört das Haus zur renommierten Artémis Domaines‑Gruppe, bleibt aber seiner handwerklichen, detailverliebten Philosophie treu und gilt heute als Referenz für anspruchsvollen, terroirbetonten Champagner.






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