Description
Der Barquero Pedro Ximenez Soleras 1955 ist eine der großen Süßwein-Ikonen aus Montilla – eine Solera, die 1955 anlässlich des fünfzigjährigen Jubiläums des Hauses Pérez Barquero angelegt wurde. Heute präsentiert sich dieser historische Pedro Ximénez als unerhört konzentrierter, üppiger und zugleich eleganter Dessertwein, der weit über das Gewohnliche hinausgeht. Die Trauben werden zunächst an der Luft getrocknet und anschließend über Jahrzehnte im traditionellen Solera-System ausgebaut – so entsteht eine Dichte und Komplexität, wie man sie nur bei den ganz großen PX-Weinen findet.
Geschmacksprofil
Im Glas zeigt der Barquero Pedro Ximenez Soleras 1955 eine tiefdunkle, fast undurchdringliche Mahagonifarbe mit öliger Viskosität und langsam ablaufenden Kirchenfenstern – ein erster Hinweis auf seine enorme Konzentration.In der Nase entfaltet sich ein intensives, vielschichtiges Bukett von dunkler Schokolade, getrockneten Feigen, Rosinen und Manuka-Honig, dazu kommen Noten von Melasse, Kaffee und dezenten Röstakzenten. Am Gaumen wirkt der Wein unglaublich dicht und vollmundig, cremig und nahezu sirupartig, dabei aber perfekt ausbalanciert durch würzige Tiefe und eine feine, bitter-süße Spannung. Dominant sind dunkle Aromen von Lakritz, Rosinen und getrockneten Früchten, im langen, wärmenden Nachhall gesellen sich Espresso, Kakao und ein Hauch Karamell hinzu. Durch die oxidative Reifung im Solera-System besitzt dieser Wein eine außergewöhnliche Stabilität und ein enormes Reifepotenzial: Richtig gelagert kann er sich über viele weitere Jahre – ja Jahrzehnte – halten und dabei noch an Komplexität gewinnen.
Vinifikation
Die Trauben für diesen Wein stammen aus der DO Montilla-Moriles in Andalusien, rund 150 Kilometer östlich von Jerez. Die Weinberge von Pérez Barquero liegen in den Spitzenlagen Sierra de Montilla und Moriles Alto, die für ihre hellen, kalkreichen Böden bekannt sind – ein Terroir, das der Rebsorte Pedro Ximénez eine außergewöhnliche aromatische Reife ermöglicht. Die Trauben werden nach der Lese an der Luft getrocknet (asoleo), wodurch sich Zucker und Aromen hochkonzentrieren. Anschließend werden sie schonend gepresst und der hochkonzentrierte Most vergoren, bevor der Wein in das 1955 begründete Solera-System überführt wird. Dort reift er über viele Jahrzehnte in einer Kaskade aus alten Fässern oxidativ heran und gewinnt so seine enorme Tiefe, Komplexität und den charakteristischen, rancioartigen Reifeton.
Essen & Servieren
Dieser Pedro Ximénez ist der perfekte Begleiter zu Nüssen (gerösteten Mandeln, Walnüssen, Pekannüssen), hochwertiger dunkler Schokolade, Schokoladendesserts, Lebkuchen oder auch Blauschimmelkäse wie Roquefort oder Valdeón. Ebenso eignet er sich hervorragend als reine Meditationswein – ein Glas langsam für sich allein genossen. Ideale Serviertemperatur: leicht gekühlt bei etwa 12–14 °C; so zeigt er seine Süße und Dichte, ohne schwer zu wirken. Ein Dekantieren ist in der Regel nicht erforderlich, kann aber bei sehr alter Abfüllung helfen, eventuelle Ablagerungen im Glas zu vermeiden und das Aroma etwas zu öffnen.
Produzent
Bodegas Pérez Barquero wurde 1905 in Montilla gegründet und zählt heute zu den führenden Erzeugern der DO Montilla-Moriles, die bereits 1932 als Herkunftsbezeichnung anerkannt wurde. Seit die Familie Córdoba das Gut 1985 übernahm, hat das Haus seinen Ruf unter Kennern weiter ausgebaut und wird regelmäßig für die Qualität seiner Weine gerühmt. Pérez Barquero besitzt rund 100 Hektar in den besten Lagen Sierra de Montilla und Moriles Alto, was etwa die Hälfte des eigenen Traubenbedarfs abdeckt – ein wichtiger Baustein für die konsequente Qualitätskontrolle von der Rebe bis zur Flasche. Anders als in Jerez spielt hier Pedro Ximénez die Hauptrolle, nicht Palomino Fino; selbst die trockenen Stile wie Fino, Amontillado und Oloroso basieren auf PX. Dank der natürlichen Fähigkeit der Rebsorte, rund 15 % Alkohol zu erreichen, können Finos aus Montilla oft ohne Aufspritung auskommen. Die Weine von Pérez Barquero zeichnen sich durch eine Verbindung aus Finesse, Eleganz und beeindruckender Konzentration aus – der Soleras 1955 ist ein eindrucksvolles Aushängeschild dieser Philosophie.






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