Description
Der 2022 Chablis Grand Cru „Les Preuses“ von William Fèvre gehört zu den edelsten Ausdrucksformen des Chablis und stammt von einer der besten Lagen auf dem legendären Grand-Cru-Hügel. Die Parzelle liegt oberhalb von Bougros, ihre perfekte Südwest-Exposition fängt die Nachmittagssonne ein und sorgt für vollreifende Chardonnay-Trauben. Das Ergebnis ist ein Grand Cru, der fülliger, weicher und etwas weniger streng mineralisch wirkt als viele andere Chablis-Grands-Crus – ohne dabei an Eleganz und Präzision einzubüßen.Seine einzigartige Stärke liegt in der Verbindung von intensiver, sonnengereifter Frucht und der klaren, kalkgeprägten Frische des typischen Chablis-Terroirs. Les Preuses zeigt eine großzügigere, cremigere Stilistik, bleibt dabei aber fest im kühlen, salzig-mineralischen Profil der Region verankert. Historisch zählt William Fèvre seit der Gründung des Weinguts 1959 zu den prägenden Stimmen in Chablis und ist heute Besitzer von Parzellen in 6 der 7 Grand-Cru-Lagen – ein außergewöhnlicher Status in der Appellation.
Geschmacksprofil
Im Glas präsentiert sich der 2022 Les Preuses in einem hellen, glänzenden Strohgelb mit zarten grünlichen Reflexen, die auf seine Jugend und Frische hinweisen. Die hohe Dichte im Glas und die feinen Kirchenfenster deuten bereits auf Konzentration und Extrakt hin.In der Nase zeigt sich ein komplexes, tiefgründiges Bouquet: reife Zitrusfrüchte wie Zitronenzeste und Grapefruit treffen auf weiße Blüten, saftige Birne und gelben Apfel. Hinzu kommen feine Noten von Kreide, nassem Stein und dezenten Anklängen von gerösteten Haselnüssen und Brioche, die auf den behutsamen Holzeinsatz verweisen. Mit etwas Luft entwickeln sich Aromen von Muschelschale, salziger Meeresbrise und einem Hauch Rauchigkeit – ein typischer Fingerabdruck der großen Kimmeridge-Kalkböden.Am Gaumen wirkt der Wein druckvoll und zugleich geschliffen: eine präzise, lebendige Säure trägt die dichte, cremige Textur. Gelbfruchtige Aromen, Zitrusöl und ein Hauch Exotik (reife Nektarine, etwas Mirabelle) verschmelzen mit einer salzigen Mineralität und einem subtilen, perfekt integrierten Holzeinfluss. Les Preuses zeigt sich im Vergleich zu manchen anderen Grand Crus etwas runder und zugänglicher, ohne an Länge oder Finesse einzubüßen. Der Abgang ist sehr lang, kühl und klar, mit Noten von Zitrusschale, Jod und Kreide.2022 bietet bereits in der Jugend großen Genuss, besitzt aber ein beachtliches Reifepotenzial. Unter guten Bedingungen gelagert, kann sich dieser Chablis Grand Cru über 10–15 Jahre und länger weiterentwickeln und mit zunehmender Flaschenreife zusätzliche Komplexität in Form von Honig, getrockneten Kräutern und nussigen Noten entfalten.
Vinifikation
Die Trauben für diesen Chablis Grand Cru stammen aus der Lage Les Preuses, die auf dem berühmten Grand-Cru-Hügel von Chablis oberhalb von Bougros liegt. Das Terroir ist geprägt von Kimmeridge-Kalk mit fossilen Meeresablagerungen, der den Weinen ihre typische, kalkig-salzige Mineralität verleiht. Die Südwest-Exposition sorgt für optimale Sonneneinstrahlung am Nachmittag, was in Kombination mit den kargen Böden Körper, Reife und Finesse vereint. William Fèvre arbeitet streng terroirorientiert: Die Lese erfolgt selektiv und von Hand, um nur absolut gesundes und optimal gereiftes Traubenmaterial in den Keller zu bringen. Jede Parzelle wird separat vinifiziert, um den Charakter der einzelnen Lagen präzise herauszuarbeiten. Im Keller setzt Kellermeister Didier Séguiers auf eine behutsame, moderne Interpretation traditioneller Methoden: der Einsatz von neuer Eiche wurde auf etwa 5 % reduziert, der Großteil reift in gebrauchten Fässern und Edelstahltanks. So wird die Struktur der Chardonnay-Traube unterstützt, ohne das aromatische Profil mit Holznoten zu überdecken, und der Fokus bleibt klar auf Frische, Mineralität und der Authentizität des Terroirs.
Essen & Servieren
Dieser Chablis Grand Cru ist der ideale Begleiter zu edlen Meeresfrüchten und Fischgerichten: Austern, Jakobsmuscheln, Hummer, gegrillter oder pochierter Steinbutt und Seeteufel werden von seiner salzigen Frische und cremigen Textur perfekt unterstützt. Ebenso harmoniert er hervorragend mit feinen Gerichten der französischen Küche, etwa Geflügel in Sahnesauce, Kalbsmedaillons mit hellen Jus oder edlem Ziegen- und Comté-Käse. Servieren Sie den Wein am besten bei 10–12 °C, leicht kühler, wenn er jung ist, und etwas wärmer, wenn er gereift ist und mehr Komplexität zeigt. Eine Karaffierung von 30–60 Minuten bei jungen Jahrgängen wie 2022 ist empfehlenswert, damit sich das Bouquet vollständig entfalten kann; gereifte Flaschen sollten hingegen behutsam und kurz vor dem Genuss geöffnet werden.
Produzent
Das Weingut William Fèvre wurde 1959 von William Fèvre selbst mit lediglich 7 Hektar Rebfläche gegründet und hat sich seither zu einer der absoluten Referenzen in Chablis entwickelt. Heute verfügt das Domaine über rund 78 Hektar im historischen Chablis, darunter 15,9 Hektar Premier Cru und 15,2 Hektar Grand Cru – eine beeindruckende Dichte an Spitzenlagen, die Fèvre zu einem der bedeutendsten Grundbesitzer in der Appellation macht. Seit 1998 gehört das Weingut zur Familie Henriot, die auch das renommierte Champagnerhaus Henriot und das Bourgognehause Bouchard Père & Fils führt. Mit der Verpflichtung von Kellermeister Didier Séguiers wurde die Stilistik behutsam modernisiert: weg von stark holzbetonten, „toasty“ Weinen hin zu einem Stil, der die individuellen Terroirs klar, präzise und mineralisch in den Vordergrund rückt. Über 80 Parzellen auf Kimmeridge-Kalk werden einzeln vinifiziert, um ihre Eigenheiten herauszuarbeiten. William Fèvre gilt heute als einer der führenden Erzeuger der Region und wird regelmäßig für die Beständigkeit und Exzellenz seiner Chablis – insbesondere aus den Grand-Cru-Lagen – von Kritikern und Weinliebhabern weltweit hoch bewertet.






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