Description
Der 2014er Champagne Jacquesson „Terres Rouges“ Extra Brut aus Dizy ist eine rare, charakterstarke Blanc de Noirs-Cuvée, die Pinot Noir in seiner elegantesten, feinsten Ausprägung zeigt. Dieser Lagen-Champagner stammt von einer winzigen Parzelle und verbindet kristallklare Präzision mit verblüffender Geschmeidigkeit und Tiefe. Mit seiner rigoros trockenen Stilistik (0 g/l Dosage) richtet er sich an Genießer, die Charakter, Terroir und Authentizität suchen – weit weg von gefälliger Standard-Champagnerkost.Die Trauben stammen von rund 12.000 Pinot-Noir-Rebstöcken, die 1993 auf lediglich 1,33 Hektar am Fuß einer ostexponierten Hanglage gepflanzt wurden. Der Boden aus rötlich-braunem Kalk mit einer gewissen Tiefe über einer Schicht aus Schluff (Silt) verleiht der Cuvée ihren Namen „Terres Rouges“ und sorgt für Struktur, Würze und salzige Frische. Gelesen wurde am 22. September 2014, degorgiert im März 2023 – eine lange Reifung auf der Hefe, die zusätzliche Komplexität und Finesse bringt.
Geschmacksprofil
Im Glas zeigt der Terres Rouges 2014 eine helle, zart kupferfarbene bis lachsrosa Tönung mit feinen, anhaltenden Perlen – typisch für einen Blanc de Noirs aus Pinot Noir, der nur sehr dezent Farbe mitbringt. Der erste Eindruck in der Nase ist ebenso fein wie verführerisch: helle rote Frucht – man denkt an Walderdbeeren, rote Johannisbeeren, reife Kirschen – dazu Anklänge von Blutorange, Hagebutte und ein Hauch Granatapfel. Feine würzige Noten wie weißer Pfeffer, etwas rosa Pfefferbeere, getrocknete Kräuter und ein zarter Hauch Vanille vom Ausbau im Holz ergänzen die Frucht. Mit Luft zeigt sich zudem eine feine Brioche- und Nussigkeit, die vom langen Hefelager stammt, ohne je schwer zu wirken.Am Gaumen ist dieser Extra Brut knochentrocken, gleichzeitig jedoch überraschend weich und schmeichelnd – ein typisches Markenzeichen von Jacquesson. Die rote Frucht wirkt sehr klar und präzise, eher frisch als marmeladig: Sauerkirsche, Cranberry, rote Grapefruit und ein Hauch Himbeere. Feine, pikante Würze und eine dezente Kreidigkeit vom Kalkboden geben Biss und Länge. Die Säure ist lebendig, aber perfekt eingebunden, die Textur seidig und vinös, fast wie ein großer, stiller Pinot Noir, nur mit feinster Perlage. Der Abgang ist lang, salzig-mineralisch und sehr pur. Dank der langen Flaschenreife bis zur Degorgierung 2023 ist der Wein heute schon wunderbar zugänglich, besitzt aber genügend Struktur und Frische, um sich über die nächsten 8–10 Jahre (und darüber hinaus) weiterzuentwickeln.
Vinifikation
Die Pinot-Noir-Trauben für den Terres Rouges 2014 stammen aus einer Einzellage in Dizy, am Fuß einer ostseitigen Hanglage, geprägt von rötlich-braunem Kalk mit einer gewissen Tiefe und einer Deckschicht aus Silt. Dieses Terroir verbindet die kalkgeprägte Spannung der Champagne mit einer warmen, leicht würzigen Ader, die den Charakter des Weins maßgeblich prägt. Geerntet wurde traditionell per Hand am 22. September 2014, mit konsequenter Selektion, um nur perfekt reife, gesunde Trauben zu verarbeiten. Gepresst wird lokal in vertikalen Korbpressen, die schonend arbeiten und verhindern, dass die Schalen unnötig aufgerissen werden – so bleibt der Saft hell und frei von harschen Tanninen. Das zweite Pressgut wird konsequent verkauft, Teile des ersten Pressgangs ebenfalls, falls sie nicht Jacquessons Qualitätsansprüchen genügen. Die alkoholische Gärung findet in älteren Eichenfässern statt und dauert etwa 3–4 Monate. Anschließend reift der Wein weiter auf der Feinhefe, ohne Umzug (keine Abstiche), mit regelmäßiger Batonnage einmal pro Woche. Jacquesson verzichtet auf Schönung und Filtration. Die Abfüllung zur zweiten Gärung in der Flasche erfolgt bei den Einzellagen-Champagnern meist im Juli nach der Lese, die anschließende, sehr lange Hefereife verleiht dem Wein seine besondere Fülle, Cremigkeit und Komplexität – selbst bei 0 g/l Dosage.
Essen & Servieren
Der 2014 Terres Rouges Extra Brut ist ein ausgesprochen gastronomischer Champagner, der sich hervorragend als Speisenbegleiter eignet – insbesondere zu feinen Gerichten mit heller und roter Fleischstruktur. Probieren Sie ihn zu Thunfisch-Tataki, gebeiztem Lachs oder Lachs-Sashimi, zu Jakobsmuscheln mit einer leichten Pinotsauce, zu Geflügel (z.B. Maispoularde oder Perlhuhn) oder zu Kalbsrücken mit milden Kräutern. Auch feine Gerichte mit Pilzen und Wurzelgemüse oder ein Risotto mit roter Bete und Kräutern passen ausgezeichnet. Käseliebhaber kombinieren ihn mit mildem, cremigem Brie de Meaux oder einem leicht gereiften Langres. Servieren Sie diesen Champagner leicht gekühlt bei etwa 9–11 °C, nicht zu kalt, damit sich die aromatische Tiefe voll entfalten kann. Eine behutsame Belüftung – etwa 15–20 Minuten in einem etwas bauchigeren Champagnerglas oder in einer schmalen Karaffe – steht ihm sehr gut und macht die Textur noch geschmeidiger und die Aromatik komplexer.
Produzent
Champagne Jacquesson gehört zu den traditionsreichen, aber zugleich avantgardistischen Häusern der Champagne. Das Haus, dessen Wurzeln bis ins 18. Jahrhundert zurückreichen, wurde 1988 von den Brüdern Jean-Hervé und Laurent Chiquet übernommen, die Jacquesson seitdem konsequent auf Qualität, Terroir und Individualität ausgerichtet haben. Ihr Credo: „Eine mittelmäßige Weinqualität bleibt mittelmäßig, egal ob mit oder ohne Perlen“ – entsprechend verzichten sie auf Kunstdünger, Insektizide und Chaptalisierung und arbeiten mit strengster Selektion. Der Anteil zugekaufter Trauben wird bewusst gering gehalten (maximal etwa 20 % in manchen Jahren), und stammt ausschließlich von unmittelbaren Nachbarn, um kurze Wege und rasche, schonende Verarbeitung zu garantieren. Die eigenen Weinberge liegen vor allem in der Vallée de la Marne (Aÿ Grand Cru, Dizy und Hautvillers Premier Cru) sowie in der Côte des Blancs (Avize und Oiry, beide Grand Cru) – Lagen mit hohem Kalkanteil und teils lehm- oder mergelhaltigen Böden. 2022 ging Jacquesson eine Partnerschaft mit Artémis Domaines ein, die das Haus Ende des Jahres übernahmen – ein weiterer Schritt zur Sicherung der Zukunft auf höchstem Niveau innerhalb einer erlesenen Gruppe von Spitzenweingütern. Die konsequente Qualitätsphilosophie und der charakterstarke Stil haben Jacquesson in den letzten Jahren an die Spitze der Region geführt: 2024 belegte das Haus im renommierten französischen Magazin La Revue du Vin de France einen beeindruckenden 3. Platz unter den 50 besten Champagnerhäusern.






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