Description
Blandy’s Vintage Bual 1920 ist eine seltene Rarität von der Insel Madeira – eine „medium rich“ Madeira, die ganze 65 Jahre in Fässern aus amerikanischer Weißeiche im traditionellen Canteiro-System gereift ist. Der Wein stammt aus der edlen Rebsorte Bual (Boal) und vereint beeindruckende Konzentration mit der typischen, lebendigen Säure Madeiras. Mit nur 2.480 produzierten Flaschen ist dieser Jahrgang ein Sammlerstück für Liebhaber großer gereifter Weine und ein eindrucksvolles Stück Weingeschichte aus dem frühen 20. Jahrhundert.
Geschmacksprofil
Im Glas präsentiert sich der Blandy’s Vintage Bual 1920 in einem tiefen Goldton mit leicht grünlichem Schimmer am Rand – ein klassisches Zeichen für extrem lange Reife in Holzfässern. Die Nase ist hochkonzentriert und vielschichtig: Helle Tabaknoten, feine Lakritze und Nuancen von edlem, poliertem Holz steigen aus dem Glas, begleitet von subtilen Anklängen von getrockneten Zitrusschalen und nussigen Aromen.Am Gaumen zeigt sich der Wein lang, saftig und intensiv, mit einer harmonischen, halbsüßen Struktur („medium rich“), die von der typischen Madeira-Säure perfekt getragen wird. Warme Gewürznoten, getrocknete Früchte, Tabak und ein Hauch von Karamell verschmelzen zu einem komplexen, nahezu meditativen Geschmackserlebnis, das minutenlang nachhallt. Dank der außergewöhnlichen Stabilität gereifter Madeira-Weine besitzt dieser 1920er – obwohl bereits trinkreif auf höchstem Niveau – weiterhin ein beeindruckendes Lagerpotenzial über Jahrzehnte hinweg, vorausgesetzt, er wird fachgerecht aufbewahrt.
Vinifikation
Die Trauben für diesen Blandy’s Vintage Bual 1920 stammen von steilen, terrassierten Weinbergen auf Madeira, wo vulkanische Böden, salzhaltige Atlantikluft und das milde, feuchte Inselklima ein einzigartiges Terroir schaffen. Die Bual-Trauben werden traditionell von Hand gelesen, um nur perfekt reifes, gesundes Lesegut zu selektieren. Nach der teilweisen Gärung wird der Wein durch die Zugabe von Weindestillat (Fortifikation) aufgespritet, um die natürliche Restsüße zu bewahren. Anschließend reift der Wein im klassischen Canteiro-System: Die Fässer lagern zunächst in den oberen, wärmsten Stockwerken der Lodges und werden im Laufe der Jahrzehnte stufenweise in kühlere Etagen verbracht. Über 65 Jahre lang reifte dieser Jahrgang in Fässern aus amerikanischer Weißeiche, bevor er schließlich zur Abfüllung bestimmt wurde – ein langsamer Oxidations- und Konzentrationsprozess, der zu seiner enormen Tiefe und Komplexität führt.
Essen & Servieren
Dieser majestätische Madeira eignet sich ideal als Meditationswein, der für sich allein genossen wird – langsam, bei jedem Schluck neu entdeckt. Kulinarisch begleitet er hervorragend gereiften Hartkäse, Blauschimmelkäse, Foie gras, Desserts mit getrockneten Früchten oder Nüssen sowie hochwertige Zigarren nach dem Essen. Die ideale Serviertemperatur liegt bei etwa 14–16 °C. Eine sanfte Belüftung im Glas ist völlig ausreichend; wer möchte, kann den Wein etwa 30 Minuten vor dem Genuss in eine kleine Karaffe geben, um die aromatische Vielfalt noch stärker zu entfalten. Geöffnete Flaschen bleiben – kühl und dunkel aufbewahrt – über einen sehr langen Zeitraum stabil.
Produzent
Blandy’s ist ein familiengeführtes Traditionshaus, das seit über 200 Jahren Madeira-Weine produziert. Gegründet im Jahr 1811, begann das Haus zunächst als „wine shipper“ mit Kunden in allen Teilen der Welt und entwickelte sich rasch zu einer der prägenden Adressen auf der Insel. Als John Blandy verstarb, bewies sein Sohn außergewöhnlichen Weitblick, indem er umfangreiche Bestände sehr alter Madeira-Weine aufkaufte – ein Vorrat, der es dem Unternehmen ermöglichte, die verheerende Mehltaukrise der 1850er-Jahre zu überstehen, während viele Weinberge der Insel schwer geschädigt wurden. Bis heute ist Blandy’s das letzte der ursprünglichen großen Madeira-Familienhäuser und spielt eine zentrale Rolle in der Madeira Wine Company, zu der unter anderem auch Leacock’s und Miles gehören. Blandy’s gilt zudem als Pionier bei der Einführung der ersten Colheita-Madeira – einer jahrgangsdeklarierten Kategorie, die vor allem den sehr teuren Vintage-Madeiras vorbehalten war – und hat damit die stilistische Vielfalt der Region entscheidend mitgestaltet.






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