Description
Der Comte Louis de Lauriston Calvados 1961 ist ein außergewöhnlicher Jahrgangs-Calvados und zugleich die älteste Abfüllung im beeindruckenden Portfolio des Hauses Lauriston – das Fass stammt sogar noch aus der Zeit vor der offiziellen Gründung der Marke. Über Jahrzehnte in gebrauchten französischen Eichenfässern gereift, hat dieser Calvados eine beeindruckende Tiefe und Komplexität entwickelt, bei der die anfänglich frische Frucht in den Hintergrund tritt und warmen Gewürznoten, Tabak und edlem Holz den Vortritt lässt. Mit 40 % vol. abgefüllt, repräsentiert er eine stille, flüssige Chronik der Domfront-Region und ihrer einzigartigen Calvados-Tradition.
Geschmacksprofil
Im Glas zeigt sich der Comte Louis de Lauriston Calvados 1961 in einem dunklen, dichten Bernsteinton – ein visuelles Versprechen seiner langen Reifezeit. In der Nase entfaltet sich ein vielschichtiges Aromenspektrum: feines Zedernholz und Tabak werden von zarten weißen Blüten, getrockneten Pflaumen (Svesken) und duftiger Quitte begleitet. Die Reife spiegelt sich in der Nase in Form von Harmonie und Tiefe wider, ohne jede Schärfe.Am Gaumen präsentiert sich dieser Jahrgangs-Calvados zugleich kraftvoll und elegant. Noten von Zimt, gebackenen Äpfeln, Pflaumen und Rosinen verweben sich zu einem warmen, fast pâtisseriehaften Gesamtbild, das von der langen Fassreife perfekt abgerundet wird. Die Textur ist füllig, aber seidig, mit einem langen, leicht würzigen Nachhall, in dem Holz, Trockenfrüchte und ein Hauch von edlem Tabak nachklingen. Als über 60 Jahre gereifter Calvados hat er seinen idealen Trinkzeitpunkt längst erreicht, verfügt aber – bei korrekter Lagerung – weiterhin über Stabilität und kann noch viele Jahre ohne Qualitätsverlust genossen werden.
Vinifikation
Der Comte Louis de Lauriston Calvados 1961 stammt aus der Appellation Calvados Domfrontais im südwestlichen Teil der Normandie, einer Landschaft mit sanften Hügeln und waldreichen Parzellen, die sich besonders für den Anbau von Äpfeln und Birnen eignet. Domfrontais-Calvados muss mindestens 30 % Birnen enthalten, was ihm eine besonders feine, leicht florale und elegante Art verleiht. Die Moste aus Äpfeln und Birnen vergären über mehrere Monate in großen, offenen Holz-bottichen – eine lange, langsame Gärung, die komplexe Aromen fördert. Anschließend wird in einer Kolonnenbrennblase destilliert, wodurch ein reiner, fruchtbetonter Brand entsteht. Die jahrzehntelange Reifung erfolgt in der historischen Kellerei „Chais du Verger Normand“ von 1962, in alten, intensiv genutzten Fässern aus französischer Eiche, die die Frucht nicht übertönen, sondern sie mit Nuancen von Gewürz, Holz und feiner Oxidation veredeln.
Essen & Servieren
Dieser rare Jahrgangs-Calvados ist in erster Linie ein Meditations-Digestif und sollte pur genossen werden, um seine volle Komplexität zu entfalten. Er passt hervorragend zu feinem Blauschimmelkäse (z. B. Roquefort), reifem Comté, Desserts mit Apfel oder Birne (Tarte Tatin, Birnen-Tarte, Crème brûlée) oder einer Auswahl edler Bitterschokoladen. Ideal serviert wird er leicht gekühlt bis leicht temperiert bei etwa 16–18 °C in einem Nosing-Glas oder einem kleinen Tulpenglas, das die Aromen bündelt. Dekantieren ist in der Regel nicht notwendig, doch ein paar Minuten im Glas, in denen sich der Calvados mit Sauerstoff verbindet, lassen die aromatische Fülle und Tiefe dieses 1961er-Jahrgangs eindrucksvoll hervortreten.
Produzent
Das Label Comte Louis de Lauriston entstand Anfang der 1960er-Jahre aus einer ebenso charmanten wie typisch französischen Geschichte: In der Domfront-Region der Normandie wurde über Jahre hinweg heimlich Calvados gebrannt – versteckt in den hügeligen, waldreichen Lagen, fernab der Augen der Zollbeamten. 1962 kam es, mitten in einer Schneesturm-Nacht, zur spektakulären Aufdeckung einer Gruppe von Schwarzbrennern. Die aufgeheizte Situation drohte zu eskalieren, bis der Generalsekretär des örtlichen Bauernverbands, der besonnene Comte Louis de Lauriston, zur Vermittlung gerufen wurde. Das Ergebnis der Verhandlungen: Die Anklagen wurden fallen gelassen, unter der Bedingung, dass ein offizieller Lagerkeller – der „Chais du Verger Normand“ – geschaffen werde, in dem die Calvados-Bestände legal gelagert und verkauft werden konnten. Seitdem liefern lokale Bauern ihre Destillate dorthin, die unter dem Namen Comte Louis de Lauriston vermarktet werden. Bis heute finden sich dort alte Jahrgänge aus der einstigen Schattenwirtschaft. Seit 1992 gehört die Marke zum renommierten Haus Christian Drouin, einem der bedeutendsten Namen im Calvados, das die Tradition der Domfrontais-Stilistik mit großer Sorgfalt und einem deutlichen Qualitätsanspruch fortführt.






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