Description
Passopisciaro Passorosso 2016 ist ein charaktervoller Etna Rosso von alten Nerello-Mascalese-Reben an den kühlen Nordhängen des Ätna. Die Kombination aus großer Höhenlage, vulkanischen Böden und schonender Ausbauweise ergibt einen bemerkenswert klaren, rotfruchtigen und eleganten Wein mit ausgeprägter Kräuterwürze. Als „Signature Cuvée“ des Hauses verbindet er die unterschiedlichen Lagen und Höhenstufen zu einem präzisen, authentischen Ausdruck des Vulkans.Sein Alleinstellungsmerkmal ist die Herkunft von 70–100 Jahre alten Rebstöcken, die auf komplexen Lavaströmen mit jeweils eigener Mineralstruktur wurzeln und ausschließlich in großen, neutralen Holzfässern ausgebaut werden – ganz ohne Filtration. Passorosso gilt zudem als eine der Referenzen für modernen Etna Rosso und steht historisch in einer Reihe mit den Weinen, die den qualitativen Aufschwung der Region in den 2000er-Jahren maßgeblich geprägt haben.
Geschmacksprofil
Im Glas präsentiert sich der Passorosso 2016 in einem transparenten, leuchtenden Rubinrot, das mit einigen Jahren Flaschenreife leicht ins granatfarbene übergeht. Die klare, helle Farbe erinnert eher an große Burgunder als an klassische Süditaliener und lässt bereits die Finesse des Weins erahnen. In der Nase zeigen sich zunächst saftige rote Früchte – Kirsche, Hagebutte, rote Johannisbeere – flankiert von mediterranen Kräutern, getrockneten Blüten und einer feinen, kühlen Mineralität. Mit Reife entwickeln sich zunehmend exotische Noten von Kampfer, Sandelholz, Weihrauch und süßen Gewürzen, die an große, gereifte Nebbiolo-Weine erinnern, aber immer mit einer leicht rauchigen, vulkanischen Note unterlegt sind.Am Gaumen ist der 2016er bemerkenswert frisch, klar und fokussiert: mittelkräftig im Körper, mit saftiger, präziser Säure und sehr feinkörnigem, geschliffenem Tannin. Die rotfruchtige Aromatik wirkt kühl und elegant, begleitet von Kräuteranklängen, Zitruszeste und einem dezent salzigen Finish, das die Herkunft von den mineralischen Lavasöden unterstreicht. Der Ausbau in großen, gebrauchten Fässern sorgt für Struktur und Textur, ohne den Wein mit Holznoten zu überlagern.Der Jahrgang 2016 besitzt hervorragendes Reifepotenzial: Schon jetzt sehr zugänglich und trinkfreudig, aber mit genügend Säure, Tannin und innerer Dichte, um sich über 10–15 Jahre weiter zu verfeinern. Mit zunehmendem Alter verblasst die Farbe etwas und das Duftbild verschiebt sich deutlich in Richtung edler Hölzer, Gewürze und balsamischer Noten – ideal für Liebhaber gereifter, komplexer Vulkanweine.
Vinifikation
Die Trauben für den Passorosso 2016 stammen von hoch gelegenen Weinbergen an der Nordflanke des Ätna, verteilt über mehrere Contrade in unterschiedlichen Höhenstufen. Die Rebstöcke sind überwiegend 70 bis 100 Jahre alt und wurzeln tief in den porösen, kargen Vulkanböden vergangener Lavaströme, die jeweils ihren eigenen mineralischen Fingerabdruck hinterlassen. Das kühle Klima, die starken Tag-Nacht-Temperaturunterschiede und die lange Vegetationsperiode verleihen den Trauben besondere Aromatik, Frische und Spannung. Die Lese erfolgt in der Regel sehr spät – meist Ende Oktober bis Anfang November – ausschließlich von Hand, um die empfindlichen, dünnschaligen Nerello-Mascalese-Trauben schonend zu selektionieren. Im Keller vergären die Trauben in Edelstahltanks, bevor der Wein den biologischen Säureabbau und anschließend rund 18 Monate Reife in großen, neutralen Eichenfässern durchläuft. Auf Schönung und Filtration wird verzichtet, um Struktur, Textur und die feine Vulkan-Mineralik vollständig zu bewahren.
Essen & Servieren
Kulinarisch zeigt sich Passorosso 2016 äußerst vielseitig: Er harmoniert hervorragend mit Gerichten der gehobenen, aber nicht zu schweren Küche – etwa mit gegrilltem Lammkotelett, geschmorten Kalbsbäckchen, Wildgeflügel, Kaninchen oder gefüllter Paprika. Auch zu Pilzrisotto, Pasta mit Salsiccia, Auberginen alla Parmigiana oder mittelkräftigen, halbfesten Käsesorten (z.B. Pecorino, gereifter Taleggio) ist er ein hervorragender Partner. Ideal serviert wird er bei 16–18 °C; in jungen Jahren empfiehlt sich ein 1–2‑stündiges Karaffieren, damit sich die komplexe Aromatik voll entfalten kann. Gereiftere Flaschen sollten etwas vorsichtiger und kürzer dekantiert werden – eher zum Abtrennen des Depots als zur Belüftung – und entwickeln sich dann über den Abend hinweg beeindruckend im Glas.
Produzent
Passopisciaro wurde im Jahr 2000 vom charismatischen Quereinsteiger Andrea Franchetti gegründet, der zuvor mit Tenuta di Trinoro in der Toskana bereits Kultstatus erlangt hatte. Fasziniert vom rauen Charme des Ätna restaurierte er eine alte Kellerei an den Nordhängen des Vulkans und begann, sehr alte Nerello-Mascalese-Reben in großer Höhe wieder in Wert zu setzen. Passopisciaro zählt heute zu den prägenden Erzeugern des modernen Etna Rosso und hat mit dazu beigetragen, die Region international auf Augenhöhe mit den großen Weinbaugebieten Italiens zu bringen. Besonders einflussreich war Franchettis Entscheidung, die einzelnen Hochlagen (Contrade) separat auszubauen und ab 2008 als Lagenweine zu füllen – ein Schritt, der maßgeblich zur Etablierung eines Cru-Systems am Ätna beigetragen hat. Mit ihren präzisen, mineralischen und doch zutiefst eigenständigen Vulkanweinen hat sich die Kellerei einen festen Platz in den Kellern anspruchsvoller Weinsammler weltweit gesichert.






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