Comte Louis de Lauriston Calvados 1971
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Comte Louis de Lauriston Calvados 1971

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Description

Der Comte Louis de Lauriston Calvados 1971 ist ein seltenes Zeitdokument aus dem Herzen der Normandie – ein Jahrgangs-Calvados, der seit 1971 ununterbrochen in kleinen, gebrauchten französischen Eichenfässern reifte. Destilliert aus einer traditionellen Cuvée von Äpfeln und Birnen der Appellation Calvados Domfrontais, verbindet er Tiefe, Reife und Finesse auf beeindruckende Weise. Mit seinen 42 % vol. ist er ein komplexer, charaktervoller Digestif für Kenner, die authentische, handwerklich erzeugte Spirituosen schätzen.Sein besonderes Merkmal ist der hohe Birnenanteil, der ihm eine elegante Frische und eine feine, florale Note verleiht – ein klarer Kontrast zu rein apfelbasierten Calvados. Die jahrzehntelange Fassreife hat ihm eine dichte Aromatik von getrockneten Früchten und edlen Gewürzen geschenkt, ohne die Frucht zu überdecken. Historisch steht dieser Calvados zudem in direkter Linie zur bewegten Geschichte des Domfrontais, wo aus ehemals illegal gebranntem „Calva“ ein heute renommierter, gesetzlich geschützter Spitzenbrand wurde.

Geschmacksprofil
Im Glas zeigt der Comte Louis de Lauriston Calvados 1971 einen tiefen, rötlich schimmernden Mahagoniton – ein klassisches Zeichen langer und ruhiger Fassreife. Die Nase eröffnet mit einer komplexen, warm-würzigen Aromatik: Ingwer, Nelken und süße Gewürze treffen auf karamellisierte Äpfel, gelbe Rosinen und einen Hauch von getrockneten Birnen. Mit etwas Luft zeigen sich zusätzlich feine oxidativ-nussige Anklänge, Toffee und ein Hauch von getrockneten Blüten.Am Gaumen präsentiert er sich weich und rund, zugleich erstaunlich konzentriert und kraftvoll. Die Textur ist seidig, beinahe cremig, getragen von Noten von getrocknetem Obst – Apfel, Rosinen, Pflaumen und ein wenig Dörrobst – begleitet von reifem Eichenholz, warmen Backgewürzen und einem dezenten Tannin-Griff vom langen Fassausbau. Der Abgang ist lang, warm und vielschichtig, mit anhaltenden Eindrücken von Trockenfrüchten und edlen Gewürzen. Dieser Jahrgangs-Calvados hat seinen Reifehöhepunkt bereits erreicht und bietet sofort höchsten Trinkgenuss; er kann jedoch bei sorgfältiger Lagerung noch über Jahre stabil und harmonisch bleiben, wobei die tertiären Aromen sich weiter verfeinern.

Vinifikation
Die Äpfel und Birnen für diesen Calvados stammen aus dem hügeligen, teils waldreichen Terroir des Domfrontais in der Normandie – eine Landschaft, die seit Jahrhunderten für ihre Obstwiesen mit hochstämmigen Bäumen bekannt ist. Aufgrund der Appellation Calvados Domfrontais muss der Anteil an Birnen mindestens 30 % betragen, was dem Brand seine charakteristische, leicht herb-frische Struktur verleiht. Nach der Ernte werden die Früchte schonend gepresst, und der Saft gärt traditionell über mehrere Monate in großen, offenen Holzbehältern zu einem aromatischen Cidre. Anschließend erfolgt die Destillation in einer Kolonnenbrennblase, die eine präzise Trennung und ein sehr feines, fruchtbetontes Destillat ermöglicht. Der 1971 gebrannte Brand reifte seither in alten, stark gebrauchten Fässern aus französischer Eiche im historischen Keller Chais du Verger Normand. Diese Fässer geben nur dezente Holzaromen ab und lassen der Apfel- und Birnenfrucht genügend Raum, ihre komplexe, gereifte Aromatik zu entfalten.

Essen & Servieren
Dieser Calvados 1971 ist in erster Linie ein klassischer Digestif und zeigt seine Klasse am besten pur, bei einer Serviertemperatur von etwa 16–20 °C. Er eignet sich hervorragend als krönender Abschluss eines feinen Menüs, etwa nach Gerichten mit Geflügel, Kalb oder Wild, und harmoniert besonders gut mit Desserts auf Basis von Apfel, Birne oder Karamell – etwa Tarte Tatin, Birne Helene oder einem zarten Crème brûlée. Köstlich ist er auch zu reifem Hartkäse oder einem Stück kräftigem Blauschimmelkäse, wo seine Süße und Würze einen spannenden Kontrast bilden. Für den perfekten Genuss empfiehlt es sich, den Calvados in einem Nosing-Glas oder kleinen Tulpenglas zu servieren und ihm einige Minuten Zeit im Glas zu geben; ein langes Dekantieren ist nicht nötig, aber etwas Luft eröffnet die ganze aromatische Tiefe dieses gereiften Jahrgangs.

Produzent
Das Haus Comte Louis de Lauriston entstand aus einer ebenso charmanten wie typisch französischen Geschichte rund um die einst weit verbreitete illegale Destillation im Domfrontais. In den 1960er-Jahren brannten viele Bauern ihren Calvados heimlich in den Wäldern und Hügeln der Region, bis 1962 eine spektakuläre Razzia der Zollbehörde beinahe in offener Konfrontation mit den ansässigen Landwirten mündete. Der vermittelnde Aristokrat Comte Louis de Lauriston konnte schließlich einen Kompromiss aushandeln: Statt Strafen sollte ein offizieller Keller – der Chais du Verger Normand – entstehen, in dem die lokalen Calvados-Brände legal gelagert und vermarktet werden konnten. Seitdem liefern die Bauern ihre Destillate dorthin, die unter dem Namen Comte Louis de Lauriston abgefüllt werden. Die Marke hat sich zu einem wichtigen Botschafter des Calvados Domfrontais entwickelt und bewahrt bis heute alte Jahrgänge – teils aus Zeiten, als sie noch im Schutz der Dunkelheit gebrannt wurden. Seit 1992 gehört Comte Louis de Lauriston zum renommierten Calvados-Haus Christian Drouin, was die stilistische Konstanz, Qualität und internationale Anerkennung weiter gestärkt hat.

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