Château d'Aiguilhe: Chateau d'Aiguilhe 2022 - Castillon
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Château d’Aiguilhe: Chateau d’Aiguilhe 2022 – Castillon

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Description

90 % Merlot und 10 % Cabernet Franc.

D‘ Aiguilhe ist der Castillon von Stephan Graf Neipperg. Die Appellation hatte in den letzten zehn Jahren eine atemberaubende Karriere. So auch Stephan Neipperg mit seinem d’Aiguilhe. Castillon hat sich zum direkten Verfolger von Saint-Émilion gemausert. Und das zu Recht. Überwiegend Kalksteinuntergrund und Merlot-basierte Weine.

35 Hektoliter Ertrag pro Hektar. Zu 30 Prozent in neuen Barriques ausgebaut. 14,3 Volumenprozent Alkohol. Gelesen wurde vom 5. Bis zum 22. September. Gefolgt von 32 Tagen Fermentation. 

Geschmack dann hier wieder voll in Lakritze, Veilchen und schwarzer Frucht. Brombeere und Maulbeere, süß und reich. Ein dichter Samtteppich, Orangenzesten und darunter eine feine Exotik mit Maracuja. Schicke Nougatnote dazu. Im Mund mit viel Schlehe, auch Cranberry, etwas trocken, Sauerkirsche und rote Johannisbeere. Viel rotfruchtiger Druck und Frische. Schicke Salznote, das Tannin ist poliert.

Zwar kein ganz großer Wein, aber ein extrem schicker, leckerer und feiner Castillon, mit erstaunlicher Frische trotz des Alkohols.

Jahrgangsbericht

Die meisten Winzer vergleichen 2022 mit 2018, allerdings war 2022 überwiegend noch deutlich konzentrierter und reicher in der Frucht, vibrierender, cremiger und trotz der extremen Reichhaltigkeit erstaunlich frisch, seidig und harmonisch, das erinnert auch an das Traumjahr 2016. 

2022 ist nicht so extrem pikant wie das Hammerjahr 2019 und nicht ganz so tänzelnd finessenreich wie der 2020er. Winzer mit langer Erfahrung sprechen eher von einer deutlich perfekteren Reinkarnation der Jahrgänge 1982, 1961 und 1949.

Dies war der trockenste Sommer in Frankreich seit Beginn der Aufzeichnungen und war insgesamt das heißeste Jahr seit 1947. Nicht so extrem und plötzlich heiß wie 2003, eher harmoniefördernd gleichmäßig warm und eben sehr trocken. 

Nachdem im November und Dezember 2021 satt Regen fiel, blieb es in den Folgemonaten trocken und warm. Die Reben konnten sich also bei gleichmäßiger Blüte langsam an die Trockenheit gewöhnen. Die Terroirs mit den besten Wasserspeicher-Eigenschaften und den sehr tief wurzelnden alten Reben konnten das Wasser-Reservoir des Winters und Frühjahrs nach früher und sonniger Blüte relativ problemlos durch den trockenen Sommer nutzen.

Regen gab es erst wieder im Juni und dann in der zweiten Augusthälfte mit 30 bis 50mm. Danach blieb es sonnig und trocken mit einem langen »Indian Summer« bis weit in den Oktober und sogar November. Jeder konnte auf den perfekten Erntezeitpunkt warten, zumal es dank sommerlicher Stillstände keinen Zucker-Alkoholdruck gab.

Wer mit alten Reben und perfekten Terroirs dann noch, vom jährlich zunehmendem April-Frost und vom allzu häufigen Hagel des Frühsommers, verschont wurde, konnte sich gerade als biologisch arbeitender Winzer über das vollständige Ausbleiben von Fäulnis und Pilzkrankheiten freuen. Niemand musste auch nur irgendwas spritzen.

Für Bio-Winzer mit alten Reben und superbem Terroir war 2022 also ein so noch nie erlebtes, perfektes Jahr. Zumal man sich über die vergangenen 10 extremen Jahre an die besser angepasste Laub- und Bodenarbeit gewöhnt hat.

Saint Emilions und Castillons Kalksteinfelsen, Pomerols und Fronsacs Lehmböden und die dicken Kieslinsen des Medocs hatten bei sehr altem Rebbestand bis auf den Malus kleinerer Erträge kaum Sorgen. 

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